Der Kontext wirkt mit – ob wir wollen oder nicht

Shownotes

Macht es einen Unterschied, ob Patientinnen wissen, dass sie gerade ein Schmerzmittel bekommen? Die Antwort überrascht – und hat weitreichende Konsequenzen, die weit über die Medizin hinausreichen. Wir besprechen, was die Übersichtsarbeit für die therapeutische Haltung, für Transparenz in der Praxis und für den Umgang mit Interventionen im Coaching und in der Psychotherapie bedeuten – und wie praxisrelevant diese Thematik für unsere Arbeit und Alltag ist.

Benedetti, F., Maggi, G., Lopiano, L., Lanotte, M., Rainero, I., Vighetti, S., & Pollo, A. (2003). Open versus hidden medical treatments: The patient's knowledge about a therapy affects the therapy outcome. Prevention & Treatment, 6(1), Article 1. DOI: 10.1037/1522-3736.6.1.61a

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00:00:08: Kopf zerbrechen.

00:00:08: Willkommen bei Kopf zerbrechen, unserem Podcast für Psychologie-Inspiration für Praxis und Alltag!

00:00:14: Heute mit der Frage Welchen Einfluss hat eigentlich der Kontext auf ein Schmerzmittel?

00:00:20: Und was hat das mit Therapie zu tun?

00:00:23: Erspannende Frage hallo lieber Alex

00:00:26: Hallo liebe Ursula

00:00:27: Grüß dich, du hast etwas sehr spannendes mit... gebracht und ich bin schon ganz neugierig.

00:00:32: Welchen Einfluss hat der Kontext, wenn es um Schmerzmittel geht?

00:00:36: Und dann auch noch die Verbindung zur Therapie zum Coaching zu den Sessions, die wir so in unserem Praxisalter haben.

00:00:42: Fang doch gern gleich einmal an zu erzählen!

00:00:44: Ich bin schon sehr gespannt

00:00:45: Ja, ich hoffe zu Recht.

00:00:47: Und zwar geht es darum dass es hier den lieben Fabrizio Benedetti gibt der sich eine Name gemacht hat in der Erwartungshaltung beziehungsweise bei Placebo, Notcebo und all diesen spannenden Geschichten.

00:01:00: Der hat im Jahr ist ein Übersichtsarbeit in Prevention and Treatment erstellt wo er Bezug nimmt auf andere Studien zum Beispiel von Antonella Polo die da sehr viel geforscht hat in Richtung Schmerzmittel.

00:01:16: Und wie sehr ist der Kontext entscheidend?

00:01:19: Also, wie macht es einen Unterschied ob ich weiß dass ich ein Schmerzwittel bekomme oder wer mir das schmerzmittel gibt und... Zusammengefasst kann man sagen, dass es dann um diesen Effekt von sogenannten open versus hidden treatment Geschichten geht.

00:01:34: Also ganz kurz also was hat man sich da angeschaut?

00:01:39: Ein Open Treatment ist zum Beispiel eine Ärztin ein Arzt gibt den Patienten einen Medikament offen und sagt hier jetzt bekommen sie ein Schmerzmittel mit Ankündigung mit einem persönlichen Kontakt oft natürlich hoffentlich einem Vorgespräch Und dann gibt's viel Kontext.

00:01:53: ich weiß jetzt das ich das bekomme.

00:01:55: Ein Hidden Treatment, wie man sich vorstellen kann ist das selbe Medikament.

00:01:59: Dass aber verdeckt war, bereicht wird und zwar über eine meistens dann in dem Fall über eine programmierte Infusionspumpe ohne dass die Patientin oder der Patient weiß, dass jetzt gerade eine Dosis gegeben wird.

00:02:10: oder in manchen Versuchen auch kriegt man es mit bei Doppelblind Geschichten Studien zum Beispiel und man kriegt aber teilweise nur Kochsalz-Lösung.

00:02:18: Aber bei dem ums jetzt einfacher zu halten schon wir uns an Open Treatment versus Hidden Treatment.

00:02:24: Das heißt ich bin sozusagen, das kennt jeder wahrscheinlich leider so eine Infusion angeschlossen habe einen Butterfly meistens im Arm und da hängt ein Schlauch dran und dann wird es einfach am Apparat verabreicht aber ich weiß eigentlich nicht wann, ich krieg's auch nicht mit.

00:02:40: Und diese, was hat man da verabreicht?

00:02:43: Also immer wieder in verschiedenen Untersuchungen oder Studien.

00:02:46: Meistens halt Schmerzmittel unter anderem Morphine aber auch teilweise Angstlösende also so angziolütiger oder Antiparkin so Medikamente und die Patientinnen wussten sozusagen immer wiederkehrend nicht, was davon, also wann sie es jetzt bekommen haben weil sie eben nicht offen kommuniziert wurde und den anderen schon.

00:03:08: Und das Spannende ist jetzt, was hat man da entdeckt?

00:03:12: Zusammengefasst bei diesem Paper ist es so dass die Medikamente einen deutlichen Unterschied gemacht hat.

00:03:21: Auch von der Substanzklasse unabhängig.

00:03:23: also es ist quasi wurscht was man gibt.

00:03:25: es hat immer ein Unterschied gemacht und zwar dass die Stärke der Wirkung extremst ab abhängt davon, ob es ein Open-Streetman oder ein Hidden-Sreedman ist.

00:03:34: Obwohl die Dosis völlig identisch war, war der Unterschied der erlebten Wirkung der Substanz zwischen dreißig und über hundert Prozent in der Schmerzreduktion nachweisbar.

00:03:47: Das heißt, ich würde mal sagen sehr viel.

00:03:50: Große Zahl, absolut!

00:03:52: Genau große Zahl.

00:03:54: und ich habe mir jetzt überlegt okay das ist nicht nur natürlich sehr toll für die Patientinnen und Patienten die das betrifft ja das ist ja sehr gut.

00:04:00: aber was holt es uns so ab in unserer Branche sag' ich einmal?

00:04:03: Wo gibt's Übergreifende?

00:04:04: Wir arbeiten oft auch mit Leuten die mit psychosomatischen Schmerzen zu uns kommen oder übergreifend auch medizinisch mit Ärztinnen, Ärzten und Leute aus dem Medizinsektor zusammen.

00:04:16: Wieso ist das für uns wichtig?

00:04:19: Und ganz spannend ist da zum Beispiel die neurobiologische Grundlage von dem Ganzen, weil jetzt kann man hergehen und sagen ja super dann haben sich die das eingebildet was für meine Begriffe auch schon toll wäre.

00:04:31: Hauptsache es ist so, aber... Also

00:04:34: so lang es wirkt oder?

00:04:34: Genau,

00:04:35: so lange es wirk passt doch!

00:04:36: Aber Benedetti konnte da auch aufzeigen dass der Effekt eben nicht nur subjektiv greift, sondern auch neurobiologisch messbar ist.

00:04:44: Das heißt die Schmerzmittel, die da verabreicht wurden haben tatsächlich dazu geführt dass im Gehirn dann zusätzlich diese körpereigenen Opioide ausgeschüttet wurden.

00:04:54: also dieses ja wie sie sagen das System, das wir da alle Gott sei Dank haben das dann schmerzen unter anderem die Scherzen verringert und das es beim verdeckten geben sozusagen ausgeblieben dieser Aktivierung Das heißt, es ist auch körperlich.

00:05:09: Neurobiologisch messbar.

00:05:10: der Körper oder unser Organismus je nachdem wie wir das jetzt formulieren wollen bekommt diesen Kontext mit dass da etwas passiert erzeugt einfach ausgedrückt eine Erwartungshaltung und reagiert wirklich auf neurobiologische messbare Ebene mit einer Ausschüttung oder einer erhöhten Ausschützung von diesem eigenen Stoff und diesen Opioiden.

00:05:33: Der Kontext, also die Begegnung das ist dann was uns sozusagen betrifft.

00:05:37: Die Ankündigungen, die Erwartung, das Vertrauen all das führt zu neurochemischen Prozessen im Gehirn.

00:05:44: Das ist nicht nur so ein... wir manipulieren die Leute dahin und sie spüren es jetzt nicht mehr so sondern das ist so.

00:05:50: Also diese Erwartungshaltung und der Kontext hat wirklich man könnte fast sagen pharmacologische Relevanz Und das ist was sehr, sehr Tolles.

00:06:01: Dass uns natürlich dann auch in der Praxis bestärkt und wie wir jetzt vielleicht noch besprechen werden – die Klientinnen oder Patienten im medizinischen Sektor abholt und vielleicht doch gut zu wissen ist!

00:06:14: Ja.

00:06:15: Absolut gut zu wissen ist, finde ich und da sind wir eh schon dort weil du sagst was es dann für uns bedeutet ja heißt das für dich dass du Dinge noch deutlich ankündigst zum Beispiel oder über die Wirkung noch mehr sprichst?

00:06:26: Oder was bedeutet's denn für dich?

00:06:29: Es bedeutet also ich fange mal mit dem sehr praktischen Beispiel an dass ich in meiner Praxis tatsächlich auch oft mit Leuten arbeite und die begleiten darf wie tatsächlich eben Medizinischen Themen auch zu mir kommen mit sogenannten chronischem Schmerz erleben oder mit der guten Geschichten in der Psychosomatik, egal ob das jetzt irgendwie was mit dem Magen, mit dem Darmes, Hauterkrankungen aber auch oft einfach das Thema Schmerzen.

00:06:54: Schmerze die man sich nicht gut erklären kann und da ist es natürlich dann sehr oft der Fall dass die auch in Behandlung sind In Instituten, in Spitälern, in Kliniken und ein bisschen berichten was da abläuft.

00:07:07: Und dann sehe ich so ein bisschen meiner Verantwortung die Leute auch zu begleiten Was zum Beispiel das Wording betrifft.

00:07:13: also was hören die leute dort?

00:07:14: wie wird ihnen erklärt was sie zu haben scheinen sozusagen?

00:07:18: Es ist ja manchmal auch nicht so fein, wenn die Medizinerinnen anstehen und dann sagen naja das ist halt jetzt chronisch.

00:07:25: Das haben sie jetzt.

00:07:26: Also das wirkt ja normal.

00:07:28: Und da ist es dann oft sehr hilfreich, dass ein bisschen entweder zu verflüssigen in Frage zu stellen, also jetzt nicht gegen die Ärztin sondern nur oft was da kommuniziert wird in Frage aufzuweichen zu dekonstruieren.

00:07:39: Das ist zum Beispiel seine Geschichte.

00:07:41: Da erwähne ich dann auch so Sachen wie halt diese Studie oder dieses Paper, verstehen, dass da nicht jemand sieht und sagt na das sehe ich aber anders wie die Klinik sondern das ist einfach ganz gute Forschung dazu gibt.

00:07:55: Also das eine das ist dann sehr sehr praxisorientiert schon und was sich mir immer mitnehmen auch für die eigene Praxis oder arbeiten mit Menschen ist natürlich auch einfach.

00:08:06: diese Haltung also eines meiner Lieblingsthemen ist halt generell diese Erwartungshaltung konstruktiv zu nutzen.

00:08:13: Also schon ab Stunde eins, wie hoch ist da... also erstens was erlebe ich für Hoffnung oder auch noch nicht vorhandene Hoffnungen?

00:08:21: aber wie kann ich Erwartungshaltung schüren weil die halt ein Wirkfaktor ist?

00:08:27: Ein ganz großer Wirk Faktor!

00:08:31: Wie bin ich drauf?

00:08:32: Wie reagiere ich auf das Thema meines Gegenübers?

00:08:34: aber eben auch dieses Thema der Ankündigung einer Intervention hat oft eine gewisse Erwartungshaltung, die sich neurobiologisch niederschlägt.

00:08:43: Und auch das beste Beispiel, dass mir manchmal da irgendwie unterkommt ist zum Beispiel wir arbeiten ja beide mit Trans erleben, mit inneren Systemen also auch sehr hypnotherapisch und hypnosystemisch.

00:08:56: Da merke ich oft zum Beispiel als Leute, die natürlich nicht das Zähne sind dann zurechtlich verstehe es auch kommen und sagen Ja, das ist eh alles super jetzt haben wir das besprochen können aber noch eine Hypnose machen.

00:09:06: Das heißt sie nehmen das wie so ein Package, eine ganz starke Intervention.

00:09:15: Da hängt deine Erwartungshaltung dran und die betrachten das oft isoliert in der Wahrnehmung.

00:09:20: also da machen wir das jetzt hoffentlich geht sich das noch aus und damit geht natürlich auch eine Erwartungshaltung schon einher.

00:09:26: Das heißt immer wenn es um klare Intervizionen geht, wenn vielleicht du auch in deiner Praxis, wenn du sag mal aufstehst und jetzt zum Flip-Chart gehst oder Man manchmal ein Systembrett verwendet, oder wenn es dann so sichtbar wird habe ich das Gefühl dein Städter noch verstärkt.

00:09:46: Ein Fokus auf was hat mir das jetzt gebracht bis hin zu den Frage-Techniken natürlich die wir alle hoffentlich gut anwenden.

00:09:54: also Aufmerksamkeitsfokussierung

00:09:57: Ja und wenn ich das so zuhör, denke ich mir auch ein bisschen.

00:09:59: Also wir eben mit unserem hypnosystemischen Hintergrund wo ja Transparenz und der Gunter Schmidt nennen sie es so schön Produktinformation also dass wir oft dazu sagen erklären wofür die Intervention die wir jetzt anbieten irgendwie gut sein soll was wir uns davon versprechen wie die funktioniert und sonstiges dass das eigentlich ja genau dem dann auch entspricht oder?

00:10:17: Also das Transparens und Produktinformationen also Ankündigung und Erklärung und so eigentlich was sehr hilfreiches ist um diese Erwartungshalt so wie du sie beschreibst, gut nutzen zu können.

00:10:28: Hör ich dich richtig?

00:10:30: Genau ja, weil es ist natürlich auf der einen Seite für die Beziehung wichtig und Wirkfaktor ist dass die Leute merken wir arbeiten hier so transparent wie möglich und schauen das ist der Augenhöhe gibt's ein Leben von Augenhöhen?

00:10:42: wir erklären was wir tun Und gleichzeitig durchs Erklären entsteht natürlich, also wie du das den Gunther Schmidt erwähnt, der das ja auch meines Wissens oft dann auch so formuliert, sagt ihr schau'n Sie ich hätte da was.

00:10:53: Das würde ich Ihnen gerne anbieten.

00:10:55: Das hat schon vielen geholfen.

00:10:57: Das macht oft einen Unterschied.

00:10:58: Also dass alleine dieses wording... Hoffentlich viele andere Kolleginnen und Kollegen ungefähr so wiedergeben, ist ja was eine enorme im Idealfall natürlich.

00:11:07: Eine Erwartungshaltung erzeugt einen Neugierig an.

00:11:10: ich mach wieder auf Ich gehe ein bisschen weg von meiner Idee da kann man nichts machen und lass mich mal ein Stück drauf ein.

00:11:16: Und das ist deswegen halt so spannend weil diese Studie unter Mauer das ist jetzt keine Manipulation sondern es ist in dem Sinne Sondern es ist eigentlich ein neurobiologischer Prozess.

00:11:27: Das tut etwas Also es verändert die Haltung.

00:11:33: Beim Medikamenten, wie hier wiedergegeben verendert's auch das Objoide-System.

00:11:41: Meine Schmerzempfindung wird mir ausgeschüttet also da tut sich auch neurobiologisch was Umgekehrt genauso.

00:11:47: Auch das erklären zu können ist einfach toll, oder?

00:11:51: Damit es annehmbar ist oder damit es eben nicht so wenig greifbar klingt sondern das hat echt handfesten Hintergrund.

00:11:59: Genau, das ist das und natürlich auch für uns nützlich zu wissen egal ob im Coaching oder in der Psychotherapie.

00:12:05: Das Konkurrenz dann so wichtig ist also diese Verbindung zwischen Ankündigung und ein Leben.

00:12:10: Also erstens für die Klientinnen wenn wir eine Intervention transparent anbieten, das geht ja oft in Fragen einfach in einem Gespräch, Interventionen.

00:12:19: Das muss man ja nicht immer aushängen.

00:12:20: mit Achtung ich frags jetzt was total spannend ist aber manchmal hat kriegt es einen sehr isolierten Interventionscharakter zum Beispiel am Flip-Shot arbeitet oder mit der Eskalierung.

00:12:31: Und da kann man das nutzen, aber genauso gut einfach auch z.B.

00:12:36: bei Hausebungen also bei Verschreibungen.

00:12:37: wenn man da was mitgibt und sagt schauen Sie mal machen sie mal ein Experiment und ich würde zum Beispiel in der nächsten Stunde vergessen dass ich das aufgegeben habe dann dann leidet er ja auch die Konkurrenz darunter.

00:12:48: Dann sitzt da oft so eine Arme Seele vor einem und denkt sich, jetzt habe ich das zwei Wochen gemacht und fragt der mich nicht?

00:12:57: Das wäre natürlich sehr schlecht!

00:12:58: Das wäre wahrscheinlich nicht sehtial würde, nehmen wir mal die Compliance ein bisschen beeinflussen für die nächsten Geschichten.

00:13:04: also das ist ganz ganz... Spannend und wichtig, wenn da jemand sitzt der dann sofort auch wieder sagt okay wie ist es in der Gange bevor wir jetzt heute schauen was ist für heute wichtig.

00:13:12: Wie sie sind in den Gangen mit dieser Verschreibung oder mit dem Experiment dass die schon noch spüren?

00:13:17: ok Die mein gegenüber weiß das nach und das hat einen Sinn.

00:13:22: also dieses Ritual oder die Verschreibung

00:13:25: Genau.

00:13:26: und weil du jetzt Ritual sagst, ich finde auch so wie du sagst manchmal eine einzelne Intervention die man wirklich so ankündigt und erklärt im Vorfeld bevor sie dann stattfindet.

00:13:35: Im Vergleich zu denen die natürlich einfach in einem Prozess so wie nebenbei passieren aber auch als Intervention gedacht sind.

00:13:44: Dann hat das ja auch ein bisschen Rituralcharakter oder?

00:13:47: Genau also dass auf jeden Fall und Rituel wie gesagt mit Erwartungshaltung gekoppelt extremst hilfreich und wichtig, das auch vorab zu besprechen.

00:13:58: So wie du es schon erwähnt hast.

00:14:00: also ein bisschen Aufklärung was diese Idee bewirken soll.

00:14:05: Also Produktinformationen all diese Sachen sind sehr sehr wichtig und hilfreich.

00:14:12: Das ist nicht nur so ein wir machen es halt so und andere Schulen oder so machen es anders sondern das macht einfach einen Sinn.

00:14:19: Darf hingehend noch zu sagen ist, dass ich vermischt das jetzt vielleicht so ein bisschen auch schon mit dem... wie kann man es im Privaten anwenden?

00:14:25: Es ist natürlich auch wichtig für unsere eigene Gesundheit und Haltung.

00:14:31: Also diese Befunde von Benedetti und den anderen wirft ja die Frage auf, wie gehe ich dann so mit den Interventionen in eine Stunde?

00:14:40: Wenn ich überfordert bin, wenn ich vielleicht so an diesem Börner der Leben kratze, was kommuniziere ich da vielleicht schleichend, was aber dann auch wirksam Leider hat auf die Arbeit.

00:14:50: Also um das mal auch ein bisschen...

00:14:52: Du meinst, du als Therapeut jetzt in deiner beruflichen Rolle gerade?

00:14:56: Genau!

00:14:57: Wie gehe ich in die Stunden rein?

00:14:59: Wie schaue ich auf die Stunden?

00:15:01: Wie geht es mir privat natürlich dann aber auch?

00:15:04: Wie kann ich das auch privat nutzen?

00:15:06: Aber vor allem wie kann ich da vielleicht mehr Sensibilität

00:15:09: schaffen?!

00:15:11: Wie geht's mir was kommunizieren?

00:15:12: Wenn ich zum Beispiel wenn ich nicht sehr anwesend bin in so einer Stunde, es wäre schlecht.

00:15:17: Weil Leute das spüren dann vergisst man halt diese Interventionen noch abzufragen oder auch die Haltung generell ist dann mehr so vielleicht zu passiv und dann vermittle ich natürlich auch was.

00:15:31: also das ist jetzt schon vielleicht ein bisschen gestratched von diesem paperback.

00:15:34: aber ich denke mir dass ist ganz wichtig dass uns das bewusst ist weil wo ein platzebo erleben da ist das wirkt ist ja auch ein nocebo erleben.

00:15:41: Genau, und ich glaube das ist ja auch das Konzept dass wir in unserem Podcast verfolgen, dass wir ausgehend von einer Studie einfach solche Überlegungen anstellen.

00:15:49: deshalb breite dich aus?

00:15:51: Ja

00:15:51: genau!

00:15:51: Das ist

00:15:52: voll in unserem Sinne finde

00:15:53: ich.

00:15:53: Ich breite okay ja aber das ist also ich denke mir das kann man da gut ableiten, dass es einfach auch wichtig ist Bewusstsein zu schaffen weil es geht jetzt wie gesagt nicht nur in die eine Richtung es geht halt dann leider auch in die andere.

00:16:04: und wenn man dann manchmal sich selbst zur Unterhaltung erwischt Boah, da weiß ich jetzt auch nicht oder naja es ist schon wirklich so sehr lang schon.

00:16:13: Und dann wird das manchmal im Worst Case könnte das dazu führen dass man dann manchmal Teil des Problems ist und nicht der Lösung.

00:16:21: und das gilt natürlich zu vermeiden.

00:16:23: Weil's wechseln muss in mehrere Richtungen?

00:16:26: Genau weil's so oder so immer wirkt ja

00:16:29: Ja, und weil man auch ganz viel liegen lassen kann da eigentlich.

00:16:32: Genau.

00:16:34: Interessiert mich nur... Wir planen das ja vorher nie, wenn du das so hörst.

00:16:38: Du kanntest das ja nicht die Studie?

00:16:40: Gibt es was dir dazu einfällt in deinem Polschiff?

00:16:44: Also die

00:16:45: konkrete Studie!

00:16:46: Die Studie kannte ich nicht.

00:16:48: Ich erinnere mich aber jetzt, wenn du redest an einen Kongress wo ein Mediziner einen sehr spannenden Vortrag gehalten hat und ich habe mal so eine Kurve auch gesehen.

00:16:55: also von diesen Vergleichsgruppen wo man nach einer Operation Menschen gesagt hat sie bekommen jetzt ein starkes Schmerzmittel und die Kurve geht vom Schmerzenfinden relativ schnell runter und wo man Menschen nicht gesagt hat Sie bekommen jetzt einen starkes schmerzmittel die es auch gekriegt haben und die kurve bleibt relativ gleich oder geht nur minimal runter.

00:17:13: ja also das hat mich damals sehr beeindruckt.

00:17:16: Insofern würde ich schon sagen, dass wir das so mit der Erwartungshaltung irgendwie generieren oder auch mit der Transparenz und dem Erklären was den passieren könnte im Positiven.

00:17:28: Dass wir da schon viel Einfluss haben.

00:17:30: Worüber ich ehrlicherweise aber auch nachdenke ist ob ich nicht auch schon noch mal vergessen habe könnte nach einer Aufgabe zu fragen und für alle Kindinnen und Kinden falls das mal passiert sein sollte.

00:17:42: das tut mir furchtbar leid und ich werde mich ab jetzt noch mehr zusammen reißen, das natürlich in der nächsten Stunde dann wieder aufzunehmen.

00:17:49: Ich finde es

00:17:51: ist gar nicht so leicht weil man bereitet sich natürlich vor und wer kommt und ist aber oft so im hier-und jetzt was gerade aktuell wichtig ist dass ich mich jetzt bemühe noch mehr zusammenreißen.

00:18:05: versprochen an alle Genau.

00:18:08: Also deswegen auch die Erwähnung, es war glaube ich jetzt nur so aus meiner Sicht was eine Entsanfte erinnern daran dass das halt wichtig sein könnte, dass man da nicht zu sehr gleich wenn ein neues Thema aufkommt in der Stunde gleich sagt okay und was geht's da sondern einfach trotzdem die Sachen abklopft auch so ein bisschen eben was hat sich verändert?

00:18:24: natürlich zwischen den Stunden?

00:18:26: Was hat sich getan?

00:18:27: Das sind ja oft so eins bei drei Wochen.

00:18:29: dazwischen kann sich viel tun und das ist wieder so.

00:18:31: die Sache der Erwartungshaltung dass sich da auch etwas tut

00:18:34: Ja, genau.

00:18:35: Im Innern und im Außen nämlich.

00:18:36: Das bin ich auch immer ganz spannend.

00:18:37: Es ist so.

00:18:38: meine Eröffnungsfrage auch ganz oft wenn wir über was hat sich getan reden das ist dass ich es gern auftrösel auf etwas hat sich im Inneren getan und möglicherweise bewegt und was war im Aussen dazwischen damit man wieder gut weiter kann.

00:18:51: ja du hast gerade schon gesagt spielt schon ein kleines bisschen auch in diesen, diesen Alltagsrahmen rein.

00:18:59: Wie würdest du es denn für den Alltag ableiten?

00:19:02: Oder was draus würdest Du denn für Dich da

00:19:04: ableiten?".

00:19:05: Ja also das ist bei diesem speziellen Fall habe ich das erleben gehabt dass sie sich einfach sehr vermischt weil jetzt wie gesagt Erwartungshaltung wie gehe ich mit mir um aber mich rennt gerade auch natürlich ganz viel ins Privatleben greift.

00:19:22: Ich persönlich empfinde extremst spannend in Gesprächen mit Medizinerinnen, mit Medizinern auch im privaten Sektor.

00:19:32: Wenn man aus einer Patientenrolle zum Beispiel heraus sich das anschaut also ist dann schon die sehr private Sache wann immer egal ob man jetzt zum Hausarzt geht oder sonstige Kontexte irgendwann streift man das zumindest.

00:19:43: und nachdem ich da irgendwie so ein Fan bin und hoffentlich auch die eine und andere Podcastfolge dazu nutzen darf das dann noch auszubreiten, was gerade etwas Schmerz empfinden, chronische Schmerzen zum Beispiel angeht.

00:19:56: Aber auch medizinisch gut geführte Gespräche, was Erwartungshaltung, Statistik angeht und Überlebenschancen.

00:20:02: Ich finde es total spannend.

00:20:03: Es gibt sehr viele gute Leute dazu, die dafür geforscht haben.

00:20:07: Bin ich da sehr sensibel drauf?

00:20:08: Und kann... Was so die privaten Sachen angeht natürlich nur jeder Zuhörerin oder einfach einmal ermutigen.

00:20:16: auch ein bisschen besser zuzuhören, wenn es medizinische Gespräche gibt.

00:20:22: Muss ich das jetzt alles?

00:20:23: Also wie übernehme ich das, wenn was mir große Angst macht.

00:20:27: Es ist ja okay also jede Ärztin, jeder Arzt hat auch Tage müde, überarbeitet dann hauen die mal etwas raus meinen das vielleicht doch anders aber wir nehmen es in einer sehr suggestiblen Situation war wo jedes Wort zählt und dann kreist er so und dann ver selbstständigt sich das manchmal in Handlungen dass man da vielleicht einfach sagt ok kann Ich das ein bisschen skeptischer sehen als wenn es was Negatives ist.

00:20:52: Kann ich mir da eine andere Idee zurechtlegen?

00:20:56: Nicht, weil ich das nicht glauben will.

00:20:57: Aber da ist jedes Wort einfach extrem entscheidend und ...

00:21:02: Also nehm' ich mir diese Sätze auch so zu Herzen.

00:21:05: und sind

00:21:06: sie für mich genauso Wahrheit oder nicht?

00:21:08: Ja, dass es nicht so ein Arzt-Spell, also dass das nicht so.

00:21:12: irgendeine Ärztin oder Arzt haut mal so einen Satz raus und man hat das dann irgendwie so zwei Jahre im Kopf.

00:21:18: Ich erlebe das wie gesagt oft bei chronisch Beleuten, die mit chronischen Schmerzen zu tun haben.

00:21:22: Egal ob es Rücken ist oder sonstiges.

00:21:24: also da gibt's total spannende Ansätze zu diesem sogenannten chronischen schmerz.

00:21:29: erleben was ischschmerz rückenschmerzen knieschmerzen und undefinierbare schmerzen kann man einfach extremst viel machen.

00:21:38: wenn der jemand kommt und sagt naja das ist halt jetzt chronisch auch selbst bei Allergien oder Nebenhöhlen in Zündung, bei all diesen Geschichten.

00:21:45: Das ist halt jetzt chronisch als Leie hört man da hin und denkt sich ja super das ist jetzt so.

00:21:50: dass habe ich jetzt aber dass das variieren kann, dass das manchmal stärker, manchmal schwächer ist, dass es teilweise wieder abflachen kann oder manchmal ganz verschwindet.

00:22:00: Es ist einfach sehr wichtig im Hinterkopf zu haben.

00:22:03: Das kann sich verändern also auch wenn Ab und an wieder eine Episode gibt, die da aufdrückt.

00:22:08: Das kann sich verändern, das erlebe ich oft in der Arbeit aber auch privat.

00:22:12: Und da hat es mich halt sehr abgeholt was jetzt so die Freizeit angeht.

00:22:17: Ja also viel Überprüfung eigentlich von dem was jemand sagt oder nicht sagt oder wie jemand etwas sagt?

00:22:23: Über Prüfungen

00:22:25: manchmal

00:22:25: auch im ärztlichen Kontext, im medizinischen Sprich selber spannen okay klingt irgendwie... Also wenn eine Statistik rausgeschmissen wird auf der Was sagt die Statistik aus?

00:22:36: Wer waren die Leute, war das durch eine breite Bevölkerung.

00:22:42: Wann das Männer, wann das Frauen, wann dass alte Leute, junge Leute, wann es sportliche Leute... Also auf wen bezieht sich die Statistik?

00:22:49: Das ist oft total spannend.

00:22:51: Es ist ein eigenes Feld.

00:22:52: Wir machen sie recht zu aber wir hören dann so irgendwie zwanzig Prozent und achtzig Prozent so oder die Lebenserwartung ist so und so.

00:23:00: aber anhand von wem gemessen?

00:23:02: also Blutwerte sind ein extremes Beispiel.

00:23:07: Da gibt es Blutwerte, jedes Labor teilweise im gleichen Land hat andere Werte anhand denen sie dir dann sagen das ist jetzt gesund und das ist krank.

00:23:16: Also das ist total spannend wenn man das mal hinterfragt.

00:23:19: Ja ja, da gibt's einfach einzelne Werte auch was Vitamine angeht, da hast du sozusagen bei dem einen Labor vielleicht ein anderes Rufzeichen schneller als beim anderen und dann liest du das und denkst oh je!

00:23:29: Es ist schon gut dass du das dann hast.

00:23:33: aber da einfach ein bisschen neugierig sein glaube ich.

00:23:37: Einfach nachfragen, wertschätzen Nachfragen.

00:23:40: Kann manchmal dazu führen dass man es ein bisschen aufmachen kann und gerade wenn es um schwere Diagnosen geht da vielleicht Hoffnung für sich auch nutzen kann.

00:23:49: höhere Compliance mehr positive Erwartungshaltung die auch medizinisch wiederum wirkt freuen sich ja die Ärzte dann auch drüber.

00:23:57: also Ist ein sehr weites Feld, verliere ich mich gleich drin, merke ich.

00:24:01: Aber würde ich auf jeden Fall gerade im medizinischen Sektor dann halt so sehen dass man das nicht gleich ungefragt alles glaubt?

00:24:10: Ja und ich finde du hast jetzt auch noch ein schönes Wort verwendet nämlich neugierig sein oder einen Begriff eben genutzt der da eigentlich ganz viel beinhaltet einfach neugerig sein.

00:24:19: was bedeutet es denn jetzt für mich?

00:24:21: Genau genau!

00:24:22: Und was glaube ich was ist bedeutet weil ich das jetzt gehört habe aber weiß ich das eigentlich?

00:24:29: Also es ist total sehr spannend, sagen wir mal so.

00:24:33: Es sind Plädoyer

00:24:34: für Neugierde und Hinterfragen.

00:24:36: in dem Fall?

00:24:37: Genau, ohne muss ich jetzt aber trotzdem noch sagen also im guten Austausch mit vielen Medizinerinnen und Medizinern natürlich ohne da jetzt irgendwie die Aluhut-Fraktion hervorzukämen, dass ich sage, die haben alle gerne Ahnung und die Pharma und so das meine ich damit absolut nicht.

00:24:51: davon möchte ich mich nochmal Auch im Sinne unseres Podcasts distanzieren und das geht es gar nicht.

00:24:57: Es geht nur mehr bewusst sein, dass gerade wenn man eine Erkrankung hat oder wenn man mal beim Arzt ist dann ist man schon sehr sehr aufnahmefähig und sehr suggestibel.

00:25:06: oft ist man sehr nervös, sehr ängstlich Und dann kennt das wahrscheinlich kennen das viele Leute die zuhören die dann sagen ja Puh!

00:25:14: Das hat mich lange beschäftigt den Satz habe ich immer noch im Kopf und Dass man da einfach sind Aufmerksam damit umgeht was man sich nimmt und was man vielleicht besser nicht nimmt.

00:25:24: Genau, das zeigt einfach auch welche Bedeutung die Kommunikation da hat... ...und eben der Kontext also von dem wir ja ausgegangen

00:25:30: sind.

00:25:31: Genau!

00:25:33: Danke lieber Alex!

00:25:35: Ich sage danke

00:25:35: wieder einmal und ich bin jetzt neugierig um beim Thema Neugiering zu bleiben, was du dann für den nächsten Folge mit

00:25:42: haben wirst.

00:25:43: Ja, ich freue mich drauf und bin natürlich ebenfalls neugerig auf deine, die wir jetzt bald hören werden.

00:25:50: Danke

00:25:51: und einen schönen Tag.

00:25:52: Tschüss!

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