Wenn Lebensgeschichten heilen
Shownotes
Wie hilfreich kann Schreiben sein? Ursula stellt in dieser Folge eine Studie vor, die genau das untersucht hat: Über zehn Wochen begleiteten Forschende ältere Menschen mit depressiven Symptomen durch regelmäßige Schreibworkshops – mit einem klaren Fokus auf die eigene Lebensgeschichte. Die Ergebnisse überraschen in ihrer Deutlichkeit. Alex und Ursula diskutieren, was das für die therapeutische und coaching-basierte Praxis bedeutet, warum das Setting beim Schreiben eine größere Rolle spielt als oft gedacht – und weshalb Stift und Papier manchmal mehr leisten können als lange Gespräche.
Mastel-Smith, B. A., McFarlane, J., Sierpina, M., Malecha, A., & Haile, B. (2007). Improving Depressive Symptoms in Community-Dwelling Older Adults: A Psychosocial Intervention Using Life Review and Writing. Journal of Gerontological Nursing, 33(5), 13–19. https://doi.org/10.3928/00989134-20070501-04
Transkript anzeigen
00:00:08: Ja hallo und ganz herzlich willkommen zu Kopf zerbrechen, unserem Podcast für Psychologie-Inspiration für Praxis und Alltag.
00:00:15: Heute zu dem Thema Wie schreiben bei Depression hilft?
00:00:20: Hallo lieber Alex!
00:00:21: Das klingt ja schon sehr spannend.
00:00:26: Du hast es jetzt ein bisschen angeteasert.
00:00:28: also es geht einmal... Gott sei Dank geht's mal jetzt ausführlich um ein Schreibethema.
00:00:33: Das ist... Endlich, endlich, ausdrücklich ums Schreiben!
00:00:37: Genau viele andere Studien habe ich schon mit gehabt bevor ich so eine ausdrückliche Schreibstudie eben rausgesucht hab.
00:00:42: Wunderbar!
00:00:42: Von denen
00:00:43: es inzwischen erfreulicherweise wirklich schon viele gibt.
00:00:46: Ja schön, das ist gut.
00:00:49: Dann frage ich gleich mal drauf los und was geht denn da?
00:00:53: In deinem Feld?
00:00:55: Also in der Studie, die man da gemacht hat, da hat man mit älteren Menschen gearbeitet und wollte ein bisschen wissen oder herausfinden ob depressive Symptome gelindert werden können.
00:01:06: Mit einem bestimmten Format also dem Schreiben der eigenen Lebensgeschichte.
00:01:12: Und dann haben wir eine Studie gemacht und Männer und Frauen zufällig ausgewählt und zwei Gruppen gemacht, also eine Kontrollgruppe und eine Interventionsgruppe.
00:01:21: Die Kontroll-Gruppe das muss man vielleicht Auch dazu sagen, das war eine Wartegruppe.
00:01:25: Also die hat eine Zeit lang nichts gemacht und dann wurde sie auch zur Interventionsgruppe.
00:01:30: Und diese Interventions-Gruppe hat man über zehn Wochen begleitet.
00:01:35: Einmal wöchentlich haben die Leute, und das waren ältere Herrschaften – das muss man vielleicht auch noch dazu sagen -, an zu zweistündigen Schreib-Workshops teilgenommen.
00:01:44: Und die anderen haben in dieser Zeit nichts gemacht.
00:01:47: In diesen Interventionen, die man ihnen da angeboten hat oder an denen sie diese gemacht haben, ging es darum, dass die über ihr gelebtes, also bisheriges Leben schriftlich nachdenken konnten bzw.
00:02:03: auch über die aktuelle Situation und dann quasi auch daraus Geschichten geschrieben haben, und man hat davor und danach über diese Depressionsskalen, die es da gibt, die depressiven Symptome gemessen Und man hat wirklich eine signifikante Verbesserung nach diesen zehn Wochen im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigen können.
00:02:25: Das heißt, die über diese zehn Wochen diese Schreibübungen gemacht haben regelmäßig und auch in der Gruppe.
00:02:32: dazu sage ich dann noch was – die haben deutlich weniger depressive Symptome nach dieser Zeit gezeigt oder angegeben als davor und deutlich weniger als die Kontrollgrupper.
00:02:46: sehr zusammengefasst, könnte man echt sagen.
00:02:48: Das hatte einfach... Also schreiben hatte einen deutliches Depressionssymptom lindern Effekt in dem Fall.
00:02:54: Schön!
00:02:55: Okay das klingt ja spannend und hilfreich vor allem
00:02:59: sehr hilfreich und sehr simpel.
00:03:00: Ich glaube, das haben Edith StudienautorInnen auch schon genannt.
00:03:03: Das Schöne an diesen Schreibinterventionen – das finde ich ja auch so schön oder vielleicht eh alle die mit Schreib-Interventionen arbeiten – ist natürlich etwas ganz Niedrigschwelliges eigentlich!
00:03:14: Das ist nicht rasend kompliziert.
00:03:17: Da haben viele Leute einen guten Zugang dazu.
00:03:20: Stift und Papier oder das Schreiben ist uns grundsätzlich vertraut.
00:03:24: also da es auf jeden Fall ein Vorteil solcher Jens Weißen oder solcher Formate, oder solche Programme.
00:03:31: Da wurde es ja wirklich so als Programm irgendwie angeboten über mehrere Wochen um schöne Effekte erzielen zu können.
00:03:38: Das ist wirklich wirklich feind dran.
00:03:40: Toll!
00:03:41: Das heißt das war jetzt auch nicht wie du es angerissen hast schon.
00:03:44: Es war jetzt nicht so dass man da irgendwie ganz ganz differenzierte Sachen schreiben musste sondern... Sondern es geht um Lebensgeschichte und um Veränderungen, um Niederschreiben?
00:03:55: Oder gab's da schon irgendwie?
00:03:58: Also es geht um Aufschreiben von der Lebensgeschichte oder Episoden draus.
00:04:05: Ob's jetzt eine Lebensphase ist, die gesamte Biografie hat man keine großen Unterschiede gemacht, sondern den Leuten ein bisschen freigestellt.
00:04:16: Aber grundsätzlich ging das schon um Themen, die mich beschäftigen und meine Biografien beschäftigen.
00:04:21: Nicht irgendwelche anderen Sachen, sondern wirklich stark auf mich bezogen.
00:04:26: was die Forscherinnen und Forscher auch glauben, ist das Teilen.
00:04:30: Das ist beim Schreiben immer wieder so eine Sache, dass auch das Teil dieser Geschichten, weil das hat man in der Gruppe gemacht, eine Rolle gespielt haben könnte, die da wichtig war.
00:04:42: Die Leute haben nicht nur ... für sich geschrieben, was an sich aus meiner Sicht mit allem was wir über das Schreiben und die Wirkung des Schreibenswissen einen Effekt hat.
00:04:51: Aber es hat offenbar schon auch dazu beigetragen dass dieser Effekt zu stark messbar war, dass die Leute das in der Gruppe dann geteilt haben und dass da so ein schönes Miteinander und eine Resonanz auch entstanden ist.
00:05:04: zur Geschichte oder zur Lebensgeschichte Erzählung, die da gerade aufgeschrieben wurde.
00:05:09: Da muss man jetzt auch – finde ich noch ein kleines bisschen dazu sagen – das ist nicht jeder Mann und jeder Fraussache!
00:05:15: Es gibt auch Leute, die gewisse Dinge einfach lieber für sich behalten.
00:05:18: Und das finde ich ganz wichtig, dass es auch in Ordnung ist und dass man Wissen schreiben hat in jedem Fall weil sehr während des Prozesses des Schreibens so viel auslöst im Gehirn.
00:05:28: Da werden so viele Areale aktiviert, die Wirkung haben, dass auch das schon sehr hilfreich Und zusätzlich, wenn es für die Person passt, es in der Gruppe zu machen und in einer Gruppe dann zu teilen und da eben vielleicht auch noch Rückmeldungen zu bekommen.
00:05:43: Wenn ich Rückmeltung möchte – nächste Geschichte wo man es finde, ich entscheide muss ob das passt oder nicht passt – dann kann das aber auch was ganz, ganz Feines sein, dass noch zuteilen.
00:05:52: Also haben Sie auch dazu gesagt, das Gruppensetting scheint schon irgendwie auch eine Rolle oder ein Faktor gewesen zu sein, der da wichtig war?
00:06:04: für manche noch mal so die Kirsche obendrauf, oder?
00:06:06: Dass man sagt okay ich habe schon einen Effekt durch das Schreiben an sich.
00:06:10: Aber wenn ich mich entscheide sichtbar zu werden mit meiner Geschichte und auch merke, wie ich mir das jetzt vorstelle dass da irgendwie Mitgefühl da ist oder Interesse oder irgendwo aufs Lied weg das hilft dann ist es nochmal top.
00:06:24: Ja ganz genau so verstehe ich's jedenfalls ja oder das lässt sich glaube ich draus schließen.
00:06:31: Ich noch dazusagen möchte, man hat wirklich nur depressive Symptome gemessen.
00:06:34: Also was das vorher und nachher betrifft.
00:06:37: Man hat nicht gemessen ob es andere Effekte hatte wie die Lebensqualität beeinflusst hat nach diesen zehn Wochen.
00:06:44: Das Gefühl von Einsamkeit oder Verbundenheit oder den Selbstwert oder der Selbstbewusstsein.
00:06:48: also es gibt andere Schreibstudien die auch solche Sachen mit einkalkulieren zum Beispiel den Selbst Wert.
00:06:54: da gibt's eine ähnliche wo man Leute überführen Lebensereignisse schreiben hat lassen und dann hat man ein paar andere Dinge auch noch abgefragt.
00:07:04: Und in der Studie ging es wirklich nur um die depressiven Symptome, da konnte man relativ klar zeigen dass sich sie abmildern ließen.
00:07:12: Toll.
00:07:12: und jetzt überraschende Frage, als würde mich natürlich interessieren.
00:07:17: Warte!
00:07:17: Lass nicht raten was kommt für eine Frage?
00:07:19: Du das ein oder andere Stündchen im Coaching hast du wahrscheinlich schon etwas mit Schreiben angeboten?
00:07:26: ja deswegen...
00:07:27: Ja ganz oft.
00:07:28: Genau ganz oft wäre es meine Frage wie baust du's ein kennst du das sagst so dass ist irgendwie so mein bread and butter oder machst du es anders?
00:07:40: Das ist so deine Erfahrung für die Praxis, von der wir auch noch irgendwo lernen können?
00:07:45: Ja also ich finde wenn man es jetzt eben ableiten für Therapiecoaching und für die Einzelstunden und so.
00:07:51: Ich mache einfach die Erfahrungen wie wertvoll es für Menschen sein kann, wenn wir in der Stunde gemeinsam schreiben.
00:07:57: Ich höre immer wieder vom Kollegen-Kolleginnen vielleicht habe ich's schon in einer anderen Folge gesagt dass sie oft zu Aufgaben mit nach Hause Schreib Aufgaben mit nach Hause geben und dann bringen die Leute den fertigen Text mit.
00:08:09: Und in der Stunde bespricht man denn den Text?
00:08:11: Ich mach... dem entgegen sehr, sehr gute Erfahrungen damit auch wirklich in der Stunde eine Schreibübung anzuleiten und das gemeinsam zu machen.
00:08:19: Und da würde ich jetzt sagen, der Befund aus dieser Studie mit ... Das war in der Gruppe, das wurde auch gleich geteilt nach dem Schreiben.
00:08:27: Da wurde dieser Raum, dass man ein bisschen drüber reden kann aufgemacht.
00:08:31: Das gefällt mir insofern gut weil ich finde, das unterstützt es auch ein bisschen oder untermauert, wie es feind sein kann wenn man gemeinsam schreibt oder in einem Setting wo noch jemand da ist Wenn man jetzt vom Journaling oder so, vom Tagebuch schreiben ausgeht.
00:08:45: Das ist ja etwas was ich eher mit mir alleine mache und Tagebucheinträge die teile ich auch mit niemandem.
00:08:51: in der Regel aber in unserem Setting also ob es jetzt bei dir in der Psychotherapie ist oder bei mir im Coaching das ist was total Feines.
00:08:58: wenn ich Schreibprozesse in der Stunde nutze wenn die Leute sich total sicher fühlen im Schreiben weil sie es angeleitet bekommen.
00:09:06: Ja das finde ich auch noch ganz wichtig.
00:09:07: Ich höre immer wieder wenn Leute am Anfang kommen Ich habe schon oft gehört, dass schreiben ist so hilfreich und zu gut.
00:09:14: Aber ich weiß nicht wie ich anfangen soll oder was ich da genau machen soll.
00:09:18: Also wenn wir es in der Stunde machen und die Leute anleiten, fühlen sich dann ganz sicher auch mit jeweiligen Schreibübungen.
00:09:25: Die können sie natürlich auch in den eigenen Werkzeugkoffern nehmen um sie dann zu Hause irgendwann vielleicht mal zu praktizieren, wenn's hilfrich ist... Aber das ist, also es gemeinsam zu erleben.
00:09:37: Das gibt den Leuten ganz viel Sicherheit auch wenn's ums Schreiben geht damit dann vielleicht auch was entstehen kann wo sie sagen ah das war in der Stunde fein das adaptiere ich für mich Zuhause Wenn ich es mal brauche wenn es mal hilfreich sein könnte dass ich das ich nutzen kann weil wie gesagt auch da das nächste schöne.
00:09:54: Es ist ja niederschwellig als Ressource eigentlich oder als Tool.
00:10:00: Ich kann relativ leicht irgendwo zu schreiben beginnen, ja?
00:10:04: Also ich brauche Stift und Papier oder ein Tablet und einen digitalen Stift Und kann und kann relativ schnell loslegen.
00:10:10: also das ist was sehr zugängliches.
00:10:12: Ja und was ich auch sehr schön finde ist oder oder was jetzt die Ableitungen betrifft dass man Auch wenn es um depressive Symptome geht, man hat so eine große Auswahl an.
00:10:22: Wie geht man's denn an?
00:10:23: Und wenn ich weiß was relativ Simples nämlich das Aufschreiben und das in Geschichten gießen meiner Lebensgeschichte kann einen starken Effekt haben wie dieser Studier zeigt ja warum den dann nicht nutzen?
00:10:35: also ich werde nicht müde weder in dieser Folge noch im Seminar oder bei Vorträgen dass natürlich irgendwie auch ein bisschen unter die Leute zu bringen weil ich oft erlebe wie schön sein kann Ich noch erlebe, wie feins ist.
00:10:49: Wenn die Leute merken, das kommt aus ihnen.
00:10:54: Beim Schreiben habe ich oft als Klientin oder Person da, um irgendeinen Ziel zu erreichen und irgendetwas zu bearbeiten.
00:11:04: Die merken dann, dass war jetzt alles ich.
00:11:07: Manchmal finde ich auch in Gesprächen oder mit anderen Interventionen, da haben die das Gefühl, ah!
00:11:12: Die andere Person.
00:11:13: Also der Therapeut, die Coachin und
00:11:15: Co.,
00:11:16: die haben ja zu viel dazugetan und so.
00:11:19: Und beim Schreiben merken die Leute wieviel da eigentlich in ihnen steckt?
00:11:22: Wieviel die eigentlich selbstmächtig... durch ein bisschen Anleitung zwar schon, aber trotzdem selbstmächtig, ständig, selbst regulierend schaffen können und dass das einen Unterschied macht.
00:11:34: Und es erhöht dann natürlich auch wieder, was wir so Selbstwirksamkeitserleben nennen würden.
00:11:39: Das erlebe ich ganz oft, dass die Leute sagen, ah ja, das war jetzt ich irgendwie und sich das selber zuschreiben, was was ganz schönes ist.
00:11:47: Schön!
00:11:48: Auf dem aufbauen oder so wie du es jetzt schon erwähnt hast, denke ich mir gerade bei einem schweren depressiven Erleben ist ja oft dieses Tun gehen, was Proaktive machen und umsetzen.
00:12:00: Ja sowieso die Sache.
00:12:01: also das gelingt einem oft am Anfang nicht und wenn man da aber in der Stunde zum Beispiel dann unterstützt von dir in diesen Prozess geht dann kann das natürlich auch weiterführen vielleicht für zu Hause nützlich sein wo es einem in meiner Annahme vielleicht gar nicht so sehr gelingt ganz am Anfang wenn man wirklich sehr sehr in einer Hoffnungslosigkeit oder Antriebslosigkeit drin ist.
00:12:23: Wenn man da sagt, schreiben Sie doch jeden Tag eine Stunde, dann ist meine Überzeugung das wird nicht gut klappen bei vielen Leuten am Anfang.
00:12:32: Das
00:12:32: würde ich
00:12:33: auch sagen.
00:12:34: Also okay, das teilst du gut.
00:12:38: Ja, als Zwischenstritt zu sagen.
00:12:39: Gerade in der Stunde wenn man da in der Ressource ist oder so im Steuersitz irgendwie und man hat eine gute innere Haltung an der Zugang zur Ressourcen begleitet von dir zum Beispiel und man schreibt in der Stunde dann kann das natürlich die erste Domino-Stein sein dem man da so flippt der weiterführende Selbstwirksamkeit auch zu Hause möglich macht.
00:13:01: Aber ich stelle es mir zu Hause schwieriger vor, ganz zu Beginn.
00:13:03: Absolut!
00:13:03: Das würde ich auf jeden Fall sagen.
00:13:05: und manchmal ist es dann ja vielleicht auch gar nicht so notwendig dass ich besonders oft schreibe.
00:13:10: Manchmal ist es einfach hilfreich es auf eine bestimmte Art zu tun eben miteinander zu tun weil das Gruppenformat wirklich als Wirkfaktor da herausgehoben ist.
00:13:21: in der Einzelstunde sind wir zwar keine Gruppe aber das ist eine andere Person da die da ist die den Raum hält diesen Resonanzraum auch aufmacht, wo ich dann vielleicht teilen möchte.
00:13:35: Vielleicht was mich innerlich bewegt oder was mich mal bewegt hat in meinem Leben also diese Zeuginnenschaft quasi ein bisschen von Was war denn da alles?
00:13:44: Und was ich oft beobachte ist das manchmal der Blick oder die Perspektive oder die Haltung wie ich den auf diese biografischen Episodenphasen oder so schaue dass sich der oft auch ändert im Schreiben dann nämlich.
00:13:57: Also dass ich vielleicht vorher noch erzählte, Puh das war aber eine super schwierige Phase und Puh ich weiß gerade gar nicht und dass nach dem schreiben die Leute sagen ach so naja aber ich habe diese und jene Stärke mir daraus ja eigentlich entwickeln können.
00:14:10: in der Phase obwohl es ist schwierig war also das erlebe ich immer wieder das während des Schreibens diese Perspektivwechsel einfach auch von selbst passieren ohne dass wir da eben viel dazu tun müssen.
00:14:20: Das ist vielleicht auch das Feine an solchen Schreibinterventionen?
00:14:24: Ja, macht auf jeden Fall sehr viel Sinn.
00:14:26: oder gerade wenn man so mit ein bisschen Distanz durchs Schreiben drauf schaut dass man dann merkt jeder habe ich eigentlich Ressourcen auch verwendet oder da war jemand da vielleicht auch eine Unterstützung da oder dass man der andere Aspekte hervorhebt es klingt extrem wichtig natürlich auch so.
00:14:43: also neue Narrative dann genau
00:14:46: Ganz genau.
00:14:47: Und was ich auch noch gerne mag, also das bei dieser Studie jetzt nicht so... Aber was ich am Schreiben sehr gerne mag ist, es gibt ja viele verschiedene Formate und es gibt viele Dinge die hilfreich sind, auch wenn ich zum Beispiel auf eine schwierige Episode meines Lebens zurückschaue und ich kann wahnsinnig gut adaptieren, was denn für eine Person jetzt vielleicht passen könnte?
00:15:06: Es kann auch eine sehr metaphorische Geschichte werden wo ich vielleicht gar nicht in der Ich-Form erzähle und schreibe über etwas, das in meinem Leben war sondern sogar ein bisschen fantasievoller mit ein paar Bildern und Vorstellungen, ein bisschen mehrchenhaft möglicherweise.
00:15:21: Und das hat trotzdem ganz viel Effekt.
00:15:24: also ich kann es auch ein bisschen verfremden ja.
00:15:26: Ich kann es verfremd noch mich trotzdem so meiner Lebensgeschichte annähern und wenn das nachweislich depressionslinnende Effekte hat dann ist das ja was was wir beachten sollten finde ich.
00:15:37: Ja genau und jetzt natürlich irgendwie der fließende Übergang Wie würdest du es denn so im Privatleben integrieren?
00:15:46: Oder was gibt's da für Freizeit, für uns alle?
00:15:50: Ja genau.
00:15:51: Also ich glaube das Wichtige ist auch einmal zu wissen, dass Schreiben über das eigene Leben nicht nur Nostalgie oder ich hänge so an der Vergangenheit sondern kann auch etwas ganz wertvolles sein.
00:16:02: wenn ich jetzt nochmal Bezug nehme auf diese Studie und das Schreiben halt als Praxis verstanden wird, finde ich ganz wichtig.
00:16:08: Also nicht dass ein gutes Produkt rauskommt so wie wir es in der Schule lernen.
00:16:12: also diese Haltung würde ich gerne auch ein bisschen da in die Welt rausschicken.
00:16:17: Es geht ja nicht darum das wir eine tolle Geschichte schreiben.
00:16:20: Es geht nicht drum, dass dieser Biografie veröffentlicht wird und irgendeinen Literaturpreis bekommt oder so.
00:16:28: Sondern ich würde so gern auf diesen Gedanken... Wenns passiert ist auch gut!
00:16:33: Ja warum nicht?
00:16:34: Natürlich gar keine Frage Ja, also literarisch begabte Menschen wollen wir natürlich auch nicht abhalten schöne Dinge aufzuschreiben.
00:16:41: Aber das ist eigentlich nicht... wie soll ich sagen?
00:16:44: Das ist nicht gefordert!
00:16:46: Ich würde so gerne für dieses auch regelmäßigere Schreiben, dass ich vielleicht dann doch selbst für Sorgepraxis etabliere oder so da wirklich daran erinnern wollen, dass da geht es um den Prozess und nicht um das Produkt.
00:17:03: Find ich ganz wichtig.
00:17:05: Also das während des Schreibens oder Aufschreibens von Erinnerungen, Lebensabschnitten prägendem Moment einfach währenddessen so viel passiert, dass es wirklich nicht wichtig ist ob der Rechtschreibfehler drin sind, ob das schön formuliert ist oder sonstiges.
00:17:18: also da würde ich alle die das nutzen noch einmal extra gern ermutigen wollen diese Dinge die man in der Schule gelernt hat über das schreiben oder in anderen Ausbildungen Bitte, bitte auf der Seite lassen kann und sich da ganz viel erlauben kann.
00:17:32: Auch mit Sprache ein bisschen zu spielen vielleicht wenn man Lust hat.
00:17:34: Ja muss man ja auch gar nicht aber kann man.
00:17:36: Das zweite ist was ich finde das man gut ableiten kann dass eigentlich auch dieses Geschichten teilen, was sehr hilfreiches sein kann.
00:17:46: Deshalb glaube ich wir sind ja soziale Wesen das ist auch so ein Satz der immer wieder wo fällt wenn es um Wohlbefinden und solche Dinge geht aber auch ein bisschen miteinander zu reden und Episoden zu teilen.
00:17:56: Wir wissen wie gut das tut wenn ich mich mit einer Freundin einem Freund samsetze Und wir erzählen ein bisschen von Was war denn jetzt in letzter Zeit los?
00:18:04: Und wir teilen das miteinander.
00:18:06: Das heißt auch im Schreiben und wenn Ich das geschrieben dann Teile.
00:18:09: Also es gibt ja auch so Lese-Zirkel und Lesegruppen, also warum eigentlich nicht mehr Schreibgruppen gründen.
00:18:15: Vielleicht starte ich sowas ähnliches dann auch noch einmal.
00:18:21: Ja jetzt muss ich okay gut, ich werde mal was überlegen aber dass eben auch dieses gemeinsame schreiben und das gemeinsam mit Teilen von solchen Geschichten was sehr schönes ist.
00:18:32: Ein dritter Gedanke vielleicht noch, weil die Studie bezieht sich ja in dem Fall auf ältere Menschen.
00:18:38: Es gibt auch Studien, die mit Narrativen und Schreibnarrativen gearbeitet haben.
00:18:42: zu Jugendlichen über das haben wir schon mal geredet aber in dem fall geht es ein bisschen um ältare Menschen Und wenn ich weiß dass kann depressionslinenden Effekt haben wenn ihre Geschichten aufschreiben oder teilen oder so Dass ich möglicherweise in meinem Umfeld manchmal auch ein bisschen nachfrage.
00:18:58: also Ich kann mich noch erinnern eine bekannte hat Mal auch ich glaube ihrem ob.
00:19:01: Da gibt es auch so Ausfüllbücher zum Beispiel.
00:19:04: So ein Buchgeschenk, das hieß irgendwie Opa Erzähl mir was oder Erzähle aus deinem Leben oder so irgendwie.
00:19:10: Ich weiß nicht wie der genaue Titel ist aber auch sowas... Ja
00:19:13: Opa erzählen mal,
00:19:14: oder?
00:19:14: Erzählen mal oder erzählen doch mal
00:19:16: genau so irgendwas.
00:19:16: Genau ja, Opa erzählt doch mal.
00:19:19: Genau, wo die dann auch quasi fragen, was hast du erlebt?
00:19:24: Damit es natürlich weitergegeben wird.
00:19:26: Aber das Schöne für die Großeltern-Generationen, wenn sie gefragt wird von uns oder Enkelkindern Kindern, wem auch immer ist ja dass das noch weitere Effekte hat als.
00:19:37: ich weiß ein bisschen mehr über das Leben dieser Person oder meiner verwandten Person und ich kann mich erinnern eine liebe Bekannte, die hatte Geburtstag Die hat so ein Buch dann geschenkt bekommen von ihrer Mama.
00:19:51: Und die hat das so liebevoll auch gestaltet mit Fotos und Texten, ich weiß nicht was.
00:19:55: Ich glaube, dass beide wahnsinnig viel davon hatten.
00:19:58: Also sich so ein bisschen mit den Lebensgeschichten gegenseitig auseinanderzusetzen, im Miteinander natürlich auf ausgeglichene Art kann etwas sein, was sehr ... Ja, möglicherweise einfach verbindendes.
00:20:14: Aber auch möglicherweise präventives irgendwie hart, wenn man eben uns auf die Studie bezieht mit diesen depressiven Symptomen.
00:20:21: Schön!
00:20:22: Das klingt sehr vielversprechend und sehr wichtig.
00:20:25: finde ich
00:20:26: schon richtig.
00:20:28: Also es ist was Simples und ich find auch so ein Schreibprozess in unsere Arbeit einzubinden, das ist nicht rasend kompliziert.
00:20:35: also es hilft schon.
00:20:36: wenn ich mich mal ein bisschen beschäftigt habe wie leite ich's denn gut an ja dass ich mich auch sicher fühle im Anleiten aber... andererseits keine Technik, die ich weiß nicht wie viele Jahre Ausbildung erfordern um sie dann einsetzen zu können.
00:20:50: Also das kann man relativ schnell dann auch umsetzen in der eigenen Arbeit eben ob es jetzt im Einzelsetting oder in einem Gruppensetding oder in einen Training ist oder so irgendwas.
00:20:59: also gibt's ja unterschiedliche Settings in denen man damit arbeiten kann.
00:21:03: aber was ist für Simples?
00:21:05: Es geht schnell und ich finde auch die Ergebnisse die da rauskommen das sind oft welche... Da würde ich lange sonst reden müssen mit den Leuten.
00:21:17: Und im Schreiben geht es oft wirklich, ist es wie so ein Katolistat oder wie so in Toureboa?
00:21:21: Es geht oft wirklich deutlich schneller und das ist wirklich was Feines und ich fände es schade wenn wir diese Dinge die eben recht simpel einzubauen sind und zu verwenden sind wenn man die liegen lassen würde
00:21:35: Ja, würde auf jeden Fall machen.
00:21:36: So mein
00:21:36: Schreibplädoyer für heute.
00:21:38: Ich würde sagen ein schönes Plädoyee!
00:21:40: Ich hoffe nicht das letzte aber macht...
00:21:42: Vermutlich nicht.
00:21:43: wenn es zu viel wird sagst du mir's dann.
00:21:45: Ich
00:21:45: werde es dir rückmelden.
00:21:46: aber ich denke im Interesse aller Zuhörern und Zuhöhr ist es nicht genug.
00:21:52: Es passt wunderbar und ist ja auch einfach wichtig diesen Kanal da vielleicht auch zu nutzen um diese Sachen mal darzustellen oder?
00:21:59: Weil wenn jemand nicht aus dieser Welt ist auch wenn man so zuhört und man ist jetzt vielleicht nicht im Coaching oder in der Psychotherapie zu Hause, gibt es da viel Aufklärungsarbeit noch zu tätigen.
00:22:13: Ja genau, und was ich schon schön finde ist auch geil.
00:22:16: Es gibt ja viele vor allem junge Leute die dem Journaling total wie soll ich sagen aufgeschlossen gegenüber sind oder es wirklich so als Praxis für sich etablieren und verwenden und da auch mal eine kleine Idee dazu zu tun.
00:22:29: man kann sie auch einmal gemeinsam machen, man kann sicher auch einmal zum Schreiben verabreden oder im Freundeskreis oder Freundinnenkreis das wäre vielleicht auch noch so ein... also man kann's auch ein bisschen erweitern und alle die das eh tun mögen sich bestärkt fühlen es auch weiter zu tun, weil wir eben immer mehr Nachweise erfreulicherweise haben wie wirkungsvoll das sein kann.
00:22:50: Ja toll!
00:22:52: Dann gehen wir jetzt schreiben.
00:22:52: oder Alex?
00:22:55: Hör mal auf!
00:22:57: Nächste Podcast-Folge wird geschrieben.
00:23:01: Zu lesen auf deiner
00:23:02: Website.
00:23:04: Geht doch dann, liebe Wozler, ich sage mal vielen Dank für diesen Ausflug in die Welt des Schreibens sehr hilfreich.
00:23:11: Ich bin sehr begeistert auch, wie leicht das dann geht.
00:23:16: Dass man da jetzt nicht irgendwie fünfzig Fragen durchwälzen muss und es einfach mal niederschreibt, dass allein schon ein Effekt hat ist super!
00:23:23: Und ja, wenn wir sagen, ich freue mich auf die nächste Folge mit dir.
00:23:26: Ich mich auch, bin schon gespannt was du nächstes Mal wieder mitbringen
00:23:29: wirst?
00:23:29: Ja, ich auch!
00:23:30: Alles klar und einen schönen Tag!
00:23:32: Bis dann bis zum nächsten Mal, tschüss!
00:23:38: Ciao!
Neuer Kommentar